Häufig gestellte Fragen

 

1. Impfungen

- Was ist die 8er Impfung beim Hund?

Der Ausdruck ist Fachchargon entspricht aber nicht mehr dem aktuellen Stand der Medizin. Man verstand darunter die vollständige Kombinationsimpfung gegen folgende Infektionskrankheiten. Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Zwingerhusten, Parvovirusinfektion und Tollwut (8er). Das sind 6 Krankheiten. - Die Zahl 8 ergab sich aus der Gesamtanzahl der Krankheitserreger. Die Impstoffe Leptospirose und Zwingerhusten enthielten früher jeweils 2 Erreger bzw. Stämme! Mittlerweile gibt es mehr Stämme und auch Krankheiten gegen die geimpft wird. So kann nun auch gegen Borreliose und Leishmaniose geimpft werden.

- Ich möchte mein Tier nicht gegen so viel impfen, kann ich durch gute Ernährung diese Erkrankungen verhindern?

Ernährung kann Impfungen prinzipiell nicht ersetzen. Welche Impfungen für Ihr Tier tatsächlich erforderlich sind, ist nur nach einer individuellen Bewertung der Lebensumstände (unter anderem nach geographischen Lebensraum und aktueller Seuchenlage) abschließend zu sagen. Diesbezüglich berate ich Sie  Vorort selbstverständlich sehr gerne.

- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit an einer dieser Infektionskrankheiten zu erkranken?

Wenn das Tier ungeimpft ist sehr hoch.-Vergleichsweise höher als das Unfallrisiko im täglichen Straßenverkehr.

Durch die Zunahme der Impfmüdigkeit unter Tierbesitzern und des internationalen Handels und Reiseverkehrs mit Tieren sowie die  ist die Tendenz weiter zunehmend.

 

- Ich möchte weniger Geld ausgeben. - Auf welche Impfungen kann ich eventuell verzichten?

Prinzipiell kann man als Tierarzt mit gutem Gewissen hier bestimmt nicht generell empfehlen auf Impfungen zu verzichten. Bei Erkrankung kommt die Behandlung um ein vielfaches teurer als die Impfung. Die Entscheidung trifft man als Tierbesitzer mit seiner alleinigen Verantwortung für seinen Schützling. Als Entscheidungshilfe sollte -wobei ich betonen möchte, dass die Verantwortung bei Impfverzicht beim Tierhalter liegt , die Lebenssituation des Tieres dienen. So ist die Impfung gegen Leishmaniose sicher nicht für jeden Hund erforderlich.

         Hunde:

Da fast alle Hunde ins Freie gelangen, und mit anderen Hunden, mit unbekanntem Impfstatus in Kontakt kommen (-Es reicht das Schnüffeln an Kot bzw. Harn-), ist eine vollständige Impfung unabdingbar. Das Erkrankungsrisiko an Borreliose (Übertragung vor allem durch Zecken) ist nur dann gering,, wenn der Hund nur in der Stadt lebt. Für Jagdhunde ist die Impfung unabdingbar.

         Katzen:

Katzen die ins Freie gelangen und daher unvermeidlich mit anderen Katzen mit unbekanntem Impfstatus oder deren Ausscheidungen in Berührung gelangen sind höchstgradig gefährdet. Für sie ist die komplette Impfung dringendst zu empfehlen, und zwar bevor Sie noch ins Freie gelangen. Bei der FIP-Infektion (Ansteckende Bauchfellentzündung durch ein Corona-Virus) geht man davon aus, dass ca 10% der infizierten Katzen erkranken. Dh. 90 von 10 Katzen tragen das Virus in sich ohne jemals zu erkranken. Wer der Meinung ist dieses Risiko sei gering, möge sich zunächst fragen ob er als Mensch bei gleichem Risiko auf die Impfung verzichten würde.

        Einzelne Wohnungskatzen:

Wenn Sie eine einzelne Katze oder 3-4 Katzen die frei von Leukose sind (durch einen Bluttest feststellbar) halten, keine weiteren Katzen dazunehmen, und jeder Kontakt mit Fremdkatzen, vollständig ausgeschlossen ist, dann ist nur die Impfung gegen Katzenseuche und Schnupfenkomplex erforderlich. Diese Viren können auch mit Schuhen und Kleidung in die Wohnung getragen werden. Das ist bei Leukoseviren nicht so leicht möglich da sie außerhalb der Katze nur kurz infektiös sind.-Aber Vorsicht!: selbst ein kurzfristiger Kontakt mit einer Fremdkatze kann zur Übertragung des Leukosevirus führen!!!

        Viele Wohnungskatzen und Katzenzuchten:

Werden viele Katzen gemeinsam in Räumen, Käfigen oder ähnlich gehalten liegt eine besondere Situation in Bezug auf die FIP Infektion (Ansteckende Bauchfellentzündung) vor. Ist das FIP-Virus bei Katzen die ständig zusammen sind einmal heimisch,  ändert es seine Eigenschaften und wird aggressiver. Die traurige Folge ist dass im Laufe der Jahre immer wieder Katzen an FIP sterben und meist nur wenige zum Schluss überbleiben Eine Alternative wäre nur FIP negative Katzen zu halten jedoch steht die Unsicherheit des Testes entgegen. Insbesondere Tierliebhaber, die herrenlose Kazen zu sich nehmen haben keinen Quarantaineraum und können die Katzen nicht testen oder wollen nicht, da sie der Katze egal ob FIP+ oder nicht helfen wollen. Hier wäre es sinnvoll wenn die vorhandenen Katzen FIP geimpft sind. Das bei solcher Haltung alle anderen Impfungen notwendig sind, versteht sich von selbst.

Die FIP aus Katzenzuchten zu eliminieren bedarf eines konsequenten und sogar scheinbar übergenauen Strategie. 

- Tollwut: Die Tollwutimpfung der Tiere dient vor allem zum Schutz der Menschen. Zwingend vorgeschrieben ist sie in  Tollwutsperrgebieten, bei Veranstaltungen (Tierschauen), Hundeclubs sowie bei Grenzübertritt.

 

- Was sind die häufigsten Impfnebenwirkungen?

Nebenwirkungen oder besser unerwünschte Wirkungen sind selten.

Unter diesen seltenen Fällen sind am häufigsten (Reihenfolge nach abnehmender Häufigkeit):

*Örtliche Reaktionen = Schwellungen, manchmal auch Abszesse an der Injektionsstelle:

Sie zählen eigentlich bei jeder Injektion zum unvermeidbaren Risiko. Sie sind als leichte Erkrankung und auch als gut heilbar einzustufen. Schwellungen vergehen meist von selbst oder mit lokaler Therapie(die falsche lokale Therapie kann je nach Situation die Sache auch verschlimmern.

*Fieber

*Unverträglichkeit

*Allergie gegen den Impstoff (hängt sehr stark vom einzelnen Tier ab; meist gegen einzelne Impstofftypen und unabhängig vom Hersteller)

apropos Fieber: nach jeder Impfung antwortet das gesunde Immunsystem auf das zugeführte Impfantigen wie bei einer Infektion, jedoch ohne, daß der Patient erkrankt. Dies wird auch als stille Feiung bezeichnet. Die damit verbundene Erhöhung der Inneren Körprtemperatur bleibt meist unbemerkt. Nur wenn der Patient matt wird, handelt es sich um Fieber. Dies kann auftreten wenn das Tier nach der Impfung Stress ausgesetzt ist. Es ist daher bis inklusive dem Tag nach der Impfung Schonung angesagt. Dies gilt besonders für Jungtiere und Erstimpfungen.

 
 

2. Behandeln ohne Untersuchung?

- Mein Tier hat Durchfall, kann ich mir bei Ihnen ein Mittel holen oder muß ich das Tier mitbringen?

Ein Behandlung ohne Untersuchung ist aus Vernunftsgründen abzulehnen und auch gesetzlich verboten. Nur nach Untersuchung kann die richtige Therapie eingeleitet werden. Wenn ein Tierarzt einen bestimmten Patienten gut kennt, das heißt die Ursache und die Schwere des Durchfalls auf der Hand liegt, kann insbesondere im Zuge einer lang andauernden Behandlung die Abgabe ohne voerherige Untersuchung erfolgen. Dies beschränkt sich aber auf Einzelfälle, über die nur der Tierarzt entscheidet. Behandlungen ohne tierärztliche Konsultation können rechtliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz darstellen.

 

3. Floh-/Zeckenhalsbänder

- Ist es egal ob man ein Flohhalsband bzw. Zeckenhalsband, bzw. Mittel in Tierhandlung, Supermarkt oder beim Tierarzt besorgt?

Bevor ich die eigentliche Frage beantworte eines vorweg: wo immer sie ein Halsband kaufen, achten sie bei Katzen auf eine Sollbruchstelle des Bandes. Sonst besteht Lebensgefahr für die Katze wenn sie hängenbleibt.

Parasitenmittel und Halsbänder aus Zoohandlung und Supermarkt unterliegen nicht dem strengen Arzneimittelgesetz. Dies steht im Zusammenhang mit der Wirksamkeit der Komponenten. Außerdem ist der Tierarzt verpflichtet bei Nebenwirkungen Meldung an den Hersteller bzw. eine Meldezentrale zu erstatten. Durch dieses Feedback wird gewährleistet, daß die Mittel ständig verbessert werden. Beim Händler gibt es kein Feedback. Übrigens bei jedem Flohmittel, egal ob "pflanzlich" , "biologisch" oder synthetisch können (selten) allergische Erscheinungen Auftreten. (Bemerkung: viele Tiere sind gegen Flöhe allergisch-; aber nur wenige gegen ein Flohmittel)

Weiters kann der Tierarzt auf eine breite Auswahl verschiedener Wirkstoffe zurückgreifen und so auch beim Auftreten von Resistenzen (Parasiten können sich an das Mittel gewöhnen) noch ein wirksames Mittel finden.

Beim Preisvergleich ist übrigens auch die Dauer der Wirksamkeit nach Verabreichung, Wasserfestigkeit, einzubeziehen.